Konzept

  • Ich arbeite nach meinem eigenen Konzept.

    Das bedeutet, dass ich aus allem, was ich in vielen verschiedenen Bereichen gelernt habe, eine eigene Zusammenstellung und Vorgehensweise entwickelt habe, die meine SchülerInnen möglichst schnell dazu befähigen soll die Gesangstechnik eigenständig zu üben und einzusetzen.

  • Was wird im Unterricht erarbeitet?
    • Musikalischer Bereich:
      • Aneignung von Grundkenntnissen der Notenlehre.
      • Vielfältige Gesangsübungen stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an die Sänger, die bewältigt und trainiert werden sollen. Diese Übungen entsprechen den Anforderungen im jeweiligen Lied, das geübt wird.
      • Es werden sog. Einsingübungen gelernt, die zum Bereich der Stimmhygiene gehören. Das sind Aufwärmübungen für die Stimme, die helfen Anlagerungen an den Stimmbändern zu lösen und bestimmte Muskelbereiche, die zum Einsatz der Stimme notwendig sind, aufzuwärmen. Hier gibt es eine große Auswahl, denn es gilt das Richtige für den jeweiligen Typ zu finden, und soll auf die bevorstehende Aufgabe (das zu lernende Lied, oder den nächsten Auftritt) abgestimmt sein. Deshalb erstellen wir im Laufe der Zeit mehr als ein Einsingprogramm, zugeschnitten auf das zu singende Liedmaterial und die gesanglichen Fähigkeiten des Schülers. Eine solche Vorbereitung wird natürlich auch der Stimme und Stimmlage, ebenso wie der Stilrichtung, die der Schüler singt angepasst. Ein klassisches Konzert hat andere Anforderungen an einen Sänger als ein Pop-, Rock- oder Punk-Konzert, oder etwa ein Musical.
      • Kennen lernen von Vokalen und Konsonanten in allen Lagen mit Hilfe von Übungen. Das heißt: Wo schwingen diese? Wie kann man sie formen, damit sie ohne Anstrengung gut klingen? Was bedeutet Wangenspannung? Wann und warum setzt man sie ein? Weshalb lockerer Unterhang? ... Dazu gehören differenzierte Gesangsübungen und auch einfaches Tönen.
      • Ansonsten werden spezielle Gesangsübungen eingesetzt, um die Haltekraft bewusst einsetzen zu lernen und zu trainieren. Auch geht es um die Stärkung der Atemführung und das Verlängern des Atembogens. Des weiteren dienen natürlich viele Gesangsübungen der Erweiterung des Stimmumfangs.
      • Neben der Tatsache, dass alle Gesangsübungen auch das Gehör trainieren, gibt es zusätzlich spezielle Trainingseinheiten zur Gehörbildung, wie z.B. Intervalle singen. Auch hier wird aufbauend von leichteren bis hin zu schwierigen Übungen gearbeitet, je nach vorhandenen Fähigkeiten.
      • Es wird ebenso aufbauend Rhythmus erarbeitet. Hierzu gehören wiederum spezielle Gesangsübungen, wie auch Rhythmen singen lernen (hier gibt es einen großen Fundus aus der Arbeit von a-capella-Gruppen), dazu dann Klatschen und auch Laufen. Dann auch ein Lied singen und sich klatschend oder mit einem Rhythmusinstrument begleiten. Oder auch ein Lied singen und im Rhythmus dazu laufen. Je nach vorhandenen Fähigkeiten oder Problemen wird darauf entsprechend mehr oder weniger intensiv eingegangen.
      • Liedbearbeitung: Dazu gehört das Erlernen von Liedern an sich, wie auch das Einsetzen der Technik, nämlich z.B. das Einteilen der Atembögen im Lied, Phrasierung, Artikulation der Vokale (Hier geht es um die Klangfarbe. Was ist sinnvoll und angemessen, was erfordert das Lied? Das hat natürlich mit dem Musikstil zu tun, und welchen Ausdruck man anstrebt). Analysieren der Problematik bei Schwierigkeiten an entsprechenden Stellen, Arbeiten an Dynamik und Ausdruck.
    • Weitere Aspekte und Nebeneffekte:
      • Logopädische Aspekte, wie das Erlernen einer guten Artikulation, medizinische Aspekte, im Sinne von gesunder Atmung und Körperarbeit für eine gute Haltung, wie auch der pädagogische / psychologische Bereich, im Hinblick auf Hemmungen überwinden, Selbstbewusstsein stärken durch den Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten, u.v.m. fließen selbstverständlich in den Unterricht mit ein.

    Alle genannten Aspekte greifen ineinander über. Man kann sie sich wie eine Art Puzzle vorstellen, bei dem man in der ersten Zeit sehr viele einzelne Teile erhält, die alle zur Gesangstechnik gehören und es gilt daraus ein Gesamtbild zu erarbeiten. Dieses Bild entspricht der Technik als Ganzes, mit der man umgehen kann, und die für Stimme und Ausdruck unterstützend wirkt.

    Immer bedeutet Gesangsunterricht auch, die eigenen Muster kennen zu lernen, die die Stimme einschränken. Und oft müssen die SchülerInnen feststellen, dass es schwieriger ist etwas Gewohntes aufzugeben als etwas Neues zu lernen und einzusetzen. Dafür gibt es eben auch vielfältige Übungen (Atemübungen und Gesangsübungen), so dass man mit der Zeit in der Lage ist hilfreiche Muster (Atemführung, Wangenspannung, u.a.) einzusetzen (also in diesem Sinne eine Technik) an Stelle eines alten, die Stimme einschränkenden Musters.

  • Welche Atemtechnik wird vermittelt?

    Die Atemtechnik, die hier vermittelt wird, ist nicht etwa ein aufgesetztes oder künstliches Muster, sondern vielmehr eine "Atemform" mit der wir auf die Welt kommen, die aber viele im Laufe der Zeit verlernen oder regelrecht verlieren.
    Erste Schritte sind das Erlernen einer sogenannten Tiefenatmung - auch Vollatmung genannt - im Folgenden dann Atemführung und auch theoretische Aspekte dazu, wie Atmung funktioniert, was paradoxe Atmung bedeutet, wie diese vor sich geht usw.
    Diese Arbeit ermöglicht einen bewußteren Umgang mit dem eigenen Körper über die Atmung, die einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Stimme hat und darüber hinaus natürlich auch auf die Gesundheit.

    Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Art Einhängemechanismus, der zum Singen notwendig ist (beim Singen kommen wesentlich mehr Muskeln zum Einsatz als beim Sprechen), und den an sich jeder Säugling beim Lachen, Lallen oder Weinen einsetzt und beherrscht, weshalb diese auch Schreien können ohne heiser zu werden. Zentrum dieses Einhängemechanismus ist das Zwerchfell, dessen Funktion und Rolle Sie auch näher kennenlernen werden.

    Diese Erkenntnisse stammen unter anderem aus der Arbeit des Stimmforschers und -pädagogen Frederick Husler. Siehe auch Literaturhinweise.

    Das Erlernen der Atemführung ist neben einer guten Artikulation mit der wichtigste Aspekt, um unangestrengt und klangvoll zu singen. Das weit verbreitete Problem der Heiserkeit ist immer eine Folge von Überanstrengung im Halsbereich. Hier wird beim Singen Druck aufgebaut, der auch klanglich meist keine positive Wirkung hat. In der Regel werden dabei zugleich Atemführung und Artikulation vernachlässigt.

    Die angesprochene Technik bringt bei entsprechendem Training sehr schnell Erleichterung. Man lernt praktisch einen effektiven Kräfteeinsatz. Die Technik an sich ist überschaubar und auch recht bald für jeden Einzelnen nachvollziehbar. Für alle Übungen, sowohl Körper- oder Atemübungen als auch Gesangsübungen, wird der Sinn und das Lernziel deutlich gemacht.

  • Wie läuft eine Stunde Gesangsunterricht ab?

    In der Regel besteht eine Stunde aus drei Teilen:

    • "Ankommen", Aufwärmphase, Körper- und Atemübungen (mit Erklärungen zum theoretischen Hintergrund und Reflektion der aufgegebenen Übungen)

      >>> Die Übungen sind anfangs sehr einfach und sollen die erlernte Atemführung stärken und sichern. Sie werden im Verlauf der Stimmbildungszeit immer differenzierter und kommen den Anforderungen beim Singen eines Liedes immer näher, das heißt es werden immer mehr Aspekte integriert, die die Aufmerksamkeit fordern, währenddessen die Atemführung aufrechterhalten werden soll.
       
    • Gesangsübungen (zu konkreten Problemen, auch passend zu dem Lied, das gerade geübt wird / zur Weiterführung des Stimmtrainings und Differenzierung der Theorie)

      >>> In den Gesangsübungen wird an die vorhergehende Atemübung direkt angeknüpft. Es ist immer Aufgabe die Atemführung beim Singen dann nicht wieder zu vergessen und fallen zu lassen, sondern die vorher geübten Schritte auf die Gesangsübungen zu übertragen; heißt lernen, die Technik anzuwenden.
       
    • Liedbearbeitung / Singen

      >>> Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich ein Lied zu erarbeiten.
      Zum Beispiel in Bezug auf: Wo ist es sinnvoll zu atmen? Wie komme ich mit sehr hohen / tiefen Stellen zurecht? Was kann man wo an Technik einsetzen?
      Kann man bei allem (Melodie, Text, Ausdruck ...) noch die Atemführung aufrechterhalten?
      Kann man noch mit Freude und Leichtigkeit singen bei all den Aufgaben?
      Es gibt eben beides im Unterricht:
      Einerseits eine analytische und technische Herangehensweise ohne andererseits die Freude am Singen zu verlieren. Manchmal hilft Ersteres sogar diese Freude wiederzufinden. Also, soll heißen, es wird auch gelacht im Unterricht, und macht allen trotz der Anstrengung noch Spaß.
  • Wer kann zum Unterricht kommen?

    Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch singen kann. Es kann allerdings sein, dass es einiges an Überwindung und Übung und die entsprechende Bereitschaft braucht, sich mit dem auseinanderzusetzen, was dem Einzelnen da durch die Atemarbeit und das Singen bewußt und erkennbar wird.


    Davon ausgehend unterrichte ich im Einzelunterricht:

    • jugendliche und erwachsene SängerInnen ohne Vorbildung,
    • professionelle SängerInnen,
    • an Gesang interessierte SchauspielerInnen,
    • gebe Hilfestellung bei konkreten Problemen,
    • erarbeite mit SängerInnen Lieder als Vorbereitung für Studioaufnahmen.

    Desweiteren im Gruppenunterricht:

    • Musikgruppen / Bands
    • Workshops zu verschiedenen Themen
  • Literaturhinweise

    Hier genannte und interessante Informationen sind unter anderem wiederzufinden in:

    • PSYCHOLOGIE HEUTE vom November 1995
      Jaan Klasmann: Was die Stimme verrät, Seite 21-27


    Weiterführende Literatur:

    • Frederick Husler, Yvonne Rodd-Marling:
      Singen - Die physische Natur des Stimmorgans
      Anleitung zum Aufschließen der Singstimme
      Schott, Mainz 1978
    • Romeo Alavi Kia, Renate Schulze-Schindler:
      Sonne, Mond und Stimme - Atemtypen in der Stimmentfaltung
      Aurum, Kamphausen Verlag, Bielefeld 2002
    • Billi Myer
      Vocal basics - Der Weg vom Sprechen zum Singen
      AMA Verlag, Brühl 1996
    • Tona de Brett
      Rock Voice - Entdecke deine Stimme - Rock * Pop * Jazz * Musical
      Schott, Mainz 1994
    • Uli Führe
      Stimmicals - Spaß beim Singen von Anfang an mit mehrstimmigen Ethno-, Popp- und JazzKlingern
      Fidula-Verlag, Boppard/Rhein 1999
    • Andreas Mohr
      Handbuch der Kinderstimmbildung
      Schott, Mainz 1997
    • Elisabeth Bengston-Opitz
      Anti-Aging für die Stimme
      Timon Verlag, Hamburg, 4. Auflage 2014
    • Cornelius L. Reid
      Funktionale Stimmentwicklung - Grundlagen und praktische Übungen
      Schott Music, Mainz, 3. Auflage 2005
    • Nadja Räss und Franziska Wigger
      JODEL - Theorie & Praxis
      Mülirad-Verlag, Altdorf/Schweiz, 2010
    • Romeo Alavi Kia
      Stimme - Spiegel meines Selbst - Ein Übungsbuch
      Aurum im Kamphausenverlag, 2001
    • Bernd Enders und Tillman Weyde
      Computerkolleg Musik - Gehörbildung - Das interaktive Lernprogramm
      für Anfänger und Fortgeschrittene - CD-ROM
      Schott Musik International, Mainz, 1999
    • Hans Günther Bastian
      Kinder optimal fördern - mit Musik - Intelligenz, Sozialverhalten und
      gute Schulleistungen durch Musikerziehung
      Serie Musik Atlantis - Schott, Mainz, 2003
    • Green, Gallwey
      INNER GAME - MUSIK - Der Mozart in uns
      allesimfluss-Verlag, Staufen, 2015
    • W.D. Luger, B. Garrec, C. Gormand
      Musik lesen - Töne, Intervalle, Dreiklänge, Tonarten
      Lugert-Verlag, Marschacht, 2004
    • Martina Freytag
      Einsingen zu zweit - Vokaltraining im Dialog
      Gustav Bosse Verlag, Kassel, 2013
    • L. K. Weber
      Das ABC der Musiklehre
      Zimmermann, Frankfurt, 14. Auflage 2008


    Lesenswerte Literatur zur Atemschulung:

    • Margot Scheufele-Osenberg:
      Die Atemschule - Übungsprogramm für Sänger, Instrumentalisten und Schauspieler
      Schott, Mainz 1998
    • Hiltrud Lodes:
      Atme richtig - Der Schlüssel zu Gesundheit und Ausgeglichenheit
      Goldmann, München 1985
    • CONNECTION SPECIAL, April-Mai II/99
      Der Atem - Brücke zwischen Körper und Geist